That’s what friends are for – Drei Frauen, eine Mission

Der folgende Bericht beruht auf einer wahren Begebenheit. Kinder und Menschen mit wenig Shopping-Erfahrung sollten dies nicht lesen, da erhöhte Trauma-Gefahr besteht.

Es begab sich eines schönen Tages, dass drei Frauen eine Mission zu erfüllen hatten. Der Auftrag des Mannes lautete: „Frau, kauf in möglichst kurzer Zeit alles ein was wir besprochen haben und gib so wenig Geld wie möglich dabei aus.“ Soweit zur Theorie.

So trafen sich Ehefrau, Nicht-dein-Ernst-Angie und Wusa-Babe um diesen Auftrag zu erfüllen. Ehefrau war also überhaupt erst der Grund weshalb wir in die weite Welt der Möbelfachgeschäfte reisten. Nicht-dein-Ernst-Angie (im Folgenden kurz. N.d.E.A. genannt) erhielt ihren Namen, da dies an jenem Tage die Worte waren die sie oft, seeeehr oft, zu Ehefrau sagen musste um Stilverbrechen auszuschließen. Ehefrau muss an dieser Stelle nicht erläutert werden. Sie war die Frau mit dem Geld, die es zu beraten galt. Wusa-Babe, also meine Wenigkeit, erhielt diesen Namen, weil ich oft während des Shoppingmarathons meditieren musste, laut Wuuuusaaaaa sagen musste, um mich auf die Mission zu besinnen. Ach ja, die Mission. Die lautete in unseren Ohren: Gib so viel Geld wie möglich in viiiielen Stunden aus. 🙂  So hatte es Ehemann doch formuliert, oder? Ja, so hat er es gesagt.

Also los gings. Auf in das Möbelfachgeschäft. In das Erste wohl bemerkt. Der Auftrag:  Zwei Tische, Stühle, Gardinen, Stofftücher. Alles klar. Tische, Stühle, Gardine, Stoff. Wie soll ich sagen, die Tür des Möbelhauses öffnete sich, wir drei gingen durch und…GELÖSCHT!!! Ja, ja Mario Barth kennt die Wahrheit. Ohhh, kuck ma hier…nein hier… is das schööön. Das glitzert…das passt ins Wohnzimmer…was ist denn das hier? Weiß nich aber man kann es so hinstellen…. Alles klar Männer? Das war die geraffte Version. Nach einiger Zeit besann man sich auf den eigentlichen Auftrag zurück. Ein Couchtisch. Wuuusa-Babe und  Nicht-dein-Ernst-Angie wurden dabei übergangen. Ehefrau wählte einen Couchtisch. Zack. Erledigt. Hinterher verdeutlichte Wuuusa-Babe Ehefrau, dass der Tisch ungünstig für den ehelichen GV sei, da er ein dunkles Glaselement in der Mitte besitzt auf dem man jeden Körperabdruck eindeutig identifizieren kann, und damit Rückschlüsse bezüglich der Stellung ziehen kann. Egal. Weiter zu den Gardinen. Hier erhielt Nicht-dein-Ernst-Angie ihren Namen. Jede Gardine die Ehefrau N-d-E-Angie zeigte kommentierte sie mit „Nicht dein Ernst, oder???“ Hier trafen also Welten aufeinander. Während sich mehr und mehr herausstellte, dass N-d-E-Angie und Wuuusa-Babe die Wohnung des jeweils anderen hätten einrichten können ohne ein Wort der Klage zu hören, gestaltete sich das mit Ehefrau schwieriger. N-d-E-Angie und ich haben also den gleichen Geschmack. Sehr gut. Leichtes Spiel. 2:1. Überstimmt. Das dürfte schnell gehen. Weit gefehlt. Denn wir gaben uns Mühe in Ehefraus Sinn zu handeln. Gefühlte 2 Stunden später…Moment…es waren zwei Stunden später, beschlossen wir hier keine Gardinen zu kaufen.

Also weiter Richtung Tische. Ehefrau blieb bei Tischen stehen, wie man sie aus Bauernhäusern in Bayern kannte. Das galt es zu verhindern. Der Tisch soll halb rund, rund, oder so rund-eckig sein. BITTE WAS???? Alles klar. Wuuusa-Babe kennt Ehefrau schon länger und übersetzte das schnell. Ein OVALER Tisch musste er. Anbei bemerkt, ich zeichne wenn ich Zeit dafür finde. Doch an diesem Tag hab auch ich farbtechnisch etwas dazu gelernt. Denn der Tisch sollte die Farbe der Anbauwand wiederspiegeln, welche nussbraun, kernnuss, oder nusskernbraun ist. So genau lässt sich das nicht mehr sagen. Was für eine Farbe. Entschuldigung aber ich bin noch NIE in den Künstlerbedarfsladen meines Vertrauens gegangen und habe gesagt: „Hallo, ich brauch eine Tube nusskernbraun. Acryl bitte.“ Aber ich werde es demnächst probieren. Bin auf das dumme Gesicht des Verkäufers jetzt schon gespannt. Ich schweife ab…zurück zum Tatbestand.  N-d-E-Angie und Wuuusa-Babe fanden einen Tisch. Wuuusa-Babe holte passende Stühle dazu. Ehefrau gefiehl es….“Ja, so was wollt ich haben“. Super. Die Taktik von Wuuusa-Babe und N-d-E-Angie funktionierte. Sie nahm die Stühle und den Tisch in dem Glauben sie hätte es ausgesucht. So kann es weitergehen. Die Tatsache, dass wir wie blöd auf Ehefrau einredeten diesen Tisch zu wählen hat sie ausgeblendet. Macht nichts. Umso besser.

So, alles klar dann mal ab zur Kasse. Bisschen Tüdelkram hier, bischen Tüdelkram dort,….ja dies und das braucht man auch noch…..JA, der Weg zur Kasse ist ein Pfad der Versuchungen. Und mal ehrlich Männer, selbst Eva konnte damals dem ollen Appel nich wiederstehen. Also von irgendwem müssen wir Frauen schließen das Muss-ich-haben-egal-warum-Gen geerbt haben. An der Kasse traf mich kurz der Schock. Was stand da in der Anzeige? Das is ja ne Menge Geld, oder wie meine Mutter sagen würden: Dafür muss ne alte Frau lange stricken. Nun gut…Wuuuuuuuussssaaaaaaaaaaaaaaaa…. Es war ja nicht meine Kreditkarte die zusehenst schlanker wurde. Auf dem Weg zur Warenausgabe traf Wuuusa-Babe eine alte Schulfreundin von ihr und Ehefrau. Na ja wie das so is…schnatter, schnatter, tratsch, tratsch….und bei dir so…ja…Hausbau… und du…ja läuft und selbst….mhh shoppen. Bis bald. Küsschen links Küsschen rechts. Weiter geht‘s. Kartons über Kartons ins Auto verfrachtet. Angeschnallt. Weiter geht‘s. Wohin eigentlich? Ach ja, wir mussten noch in einen Baumarkt. Leider waren wir alle unterzuckert. Also schnell noch Energiereserven mit süßen Milchspeisen aufgetankt. Das, wie sich später zeigte, war eine hervorragende Idee.

Im Baumarkt angekommen musste Ehefrau EINE Fliese kaufen und Wuuusa-Babe und N-d-E-Angie gingen zu den Tapeten um für N-d-E-Angies Freund neue Tapeten zu kaufen, da ein Umzug bevorsteht. Leute, jetzt kommts…MÄNNER DIESER WELT AUFGEPASST:  ER gab IHR Geld und SIE durfte Tapeten aussuchen ohne, dass er sie vorher gesehen hatte. Ob das nun Leichtsinn oder Vertrauen ist darüber möchte ich hier nicht sprechen. Ich möchte nur anmerken, dass das ein vorbildliches Verhalten dieses Mannes ist. Vielleicht wird er auch einfach nur senil, da er in wenigen Tagen dem 30. Lebensjahr ein Stück näher rückt. Egal. Trotzdem sehr löblich. ABER: dieser gute Mann hat einen Fehler begangen. Er schickte seine Freundin los mit ZU WENIG GELD. Tze, tze, tze… Qualität und Stil haben ihren Preis. Aber auch du lernst nie aus. Fürs nächste Mal weißte bescheid Schätzelein. So musste also Ehefrau erstmal auslegen. Aber kein Problem. Zack. Ritsch ratsch. Karte durchgezogen. Erledigt. Ja frau muss sich verbünden wenn‘s ums Shoppen geht.

Im Übrigen die Tapeten- Aktion war ruck-zuck erledigt. Wuuusa- Babe zeigte Nicht-dein-Ernst-Angie EINE Tapete. Die gefiel ihr auch sofort…mhhh…schön mit Bordüre. Ein Traum. Das meinte ich eingangs mit wir hätten die Wohnung des anderen ungesehen neu dekorieren können.

Nachdem das erledigt war wieder ab zum Auto. Aber halt. Wuuusa-Babe wollte die Ladung noch sicher. An der roten Ampel schnell abgeschnallt, umgedreht, auf dem Vordersitz rumgeklettert um hinten die Ladung mit Gurten festzuziehen. Doch da dämmerte es mir. Ehefrau, DIE BESTE FREUNDIN von Wuuusa-Babe wollte mir nur schaden. Während ich mich um ihren Couchtisch sorgte, ob des Fahrstils von Ehefrau (Ich glaube sie denkt sie fährt einen Jeep) lauerte sie nur darauf, dass es grün wird und ich unangeschnallt durchs Auto fliege durch ihr Gasgeben und die bevorstehenden 90 Grad Kurve. War sie gar nicht meine Freundin? Nutzte sie mich nur aus? Wollte man mich fahrlässig töten? Keine Zeit zum überlegen. Zack. Umgedreht, Arsch auf Sitz…klick…angeschnallt. 3…2…1…grün. Heute bringst du mich nicht um. Muhahaha.

Während wir in der Dämmerung zum nächsten Möbelfachgeschäft fuhren erkor ich N-d-E-Angie zur Freundin. Wir kannten uns noch nicht all zu lang. Aber die Frau hat hohes Freundinnen-Potenzial. Aufgenommen in den Kreis der Superfrauen fuhren wir also weiter. Was ich und N-d-E-Angie bis hierhin nicht ahnten war, dass das bevorstehenden Möbelhaus die ultimative Härteprobe sein würde. Gardinen…Gardinen…und nochmal Gardinen. Ich glaub ich hab ein Déjà-vu…ach nee…is wirklich passiert. Dieselbe Diskussion wie im ersten Möbelfachgeschäft.  Leider kam diesmal erhöhter Harndrang von Nicht-dein-Ernst-Angie und mir hinzu. Wieder hörte ich mich Wuuusaaaaa sagen, zum eine millionsten Mal an diesem Tag. Durchhalten heißt die Devise. Dann geschah es. Das Wunder: Eine Gardine  war gefunden. In Gedanken viel ich auf die Knie vor Dankbarkeit. Jemand hatte Mitleid mit mir und beschleunigte alles. Tja….weit gefehlt. Das war erst der Anfang. Der Anfang eines schönen  langen Verkaufsgesprächs. Wir schnappten uns ein Verkäufer-Fräulein und die beriet dann Ehefrau wie man was umnähen muss, wie viel wovon man braucht und was das alles kosten würde. Das Verkäufer-Fräulein meinte es wirklich gut mit mir. Während N-d-E-Angie und  Ehefrau normale 0815 Stühle angeboten wurden brachte man mir einen königlich goldenen Prinzessinnen-Stuhl.

Sah ich so desolat und erschöpft aus, dass ich Sonderbehandlung bekam oder war es Zufall? Nein, ich war am Ende. Noch nie habe ich so viele Gardinen auf einmal gesehen. Ja man sah mir wohl an, dass ich kurz vor dem Stil-Tod stand. Verkäufer-Fräulein leistet ganze Arbeit. Mein Gehirn schaltete sich auf Stand-by, meine Blase unglücklicherweise nicht. Plötzlich…mein Gehirn war wieder aktiv und ich merkte wie meine Beine sich bewegten. Wir waren auf dem Weg zu den Stoffvorhängen. Da wusste ich es: ich war eine Maschine die perfekt funktionierte. Ich lief, ich suchte raus, ich beriet, ich wägte ab als ob die Shoppingtour erst begann. (Danke liebes Zuckerzeug von vorhin! Du warst der Grund für mein vorbildliches Funktionieren.) Nicht-dein-Ernst-Angie machte ihrem Namen alle Ehre und wehrte jedes Stilverbrechen von Ehefrau ab als ich kurz abwesend war um meiner Familie mitzuteilen, dass aus unserem Familiennachmittag (es war bereits halb acht) nichts wird. Ok Familienfrieden ist wichtig aber hier ging es schließlich um Gardinen! Auch mein Muttertier sah das ein und bot an Gardinen umzunähen wenn‘s dem Zweck dient. Doch Ehefrau entschied sich für den Profi.

Zurück zu den Stoffvorhängen. Endlich fand Ehefrau einen der ihr super gefiel. Problem: Es war nicht genug Stoff vorhanden. Ehefrau war schaurig traurig. Und auch N-d-E-Angies und mein Gerede, dass grüne Vorhänge toll zu braunen Möbeln passen würden,  konnte sie nicht aufmuntern oder umstimmen. Tine Wittler hätte mir zugestimmt und mich und N-d-E-Angie sofort zu ihren neuen Mitarbeiterinnen erklärt. Aber ich war hier nicht mit Tine Wittler unterwegs. Ehefrau musste aufgeheitert werden…das Wohlbefinden der beste Freundin steht im Mittelpunkt. Wir fanden einen Stoff  der Ehefrau, mit einem klitzekleinen bisschen Bedenken, dann doch gefiel. Ich war froh, Ehefrau war froh, N-d-E-Angie glaub ich auch.

Plötzlich viel es mir wie Schuppen von den Augen: mein Körper! Mein Körper teilte mir seit Stunden etwas mit! Endlich erhörte ich die Alarmglocken meines Körpers. Besser gesagt die meiner Blase. Ich musste dringend aufs Klo. Und da Frauen nicht allein gehen, fand ich eine Leidensgenossin. Wir mussten Ehefrau kurz zurücklassen. Zack in die 3 Etage. Pullern. Fertig. Ehefrau suchen. Verkäufer-Fräulein sagte mir wo ich sie finden kann. Bei den Deko-Kissen. Wo sonst. Hätt ich auch allein drauf kommen können. Wieder war N-d-E-Angies und mein Stil gefragt. Drei Kissen für eine Sitzbank mussten her. Wär doch schön 2 Cremefarbene Kissen und ein Pistaziengrünes (JA, pistaziengrün ist eine Farbe die jeder Künstler kennt im Gegensatz zu kernnussbraun) zu nehmen. N-d-E-Angie und ich waren uns wie immer an diesem Tag einig. Ehefrau war schnell überzeugt. So kurz noch durch die Reihen geschlendert und dann ab zur Kasse. Man, man, man Ehefraus Kreditkarte muss mittlerweile so schlank geworden sein, dass sie Victoria Beckham und Kate Moss Konkurrenz machen könnte.

Wir verließen das Möbelfachgeschäft und machten uns auf den Weg nach Haus. WAS? Wir fuhren nach Hause? Keine  Gardinenläden mehr? Nein, keine Gardinen mehr. HALELUJAAAAAA. ES WAR VOLLBRACHT. Ich sah zum Himmel und sah wie mir die Sterne  zuzwinkerten als wollten sie sagen: Gut gemacht. Du bist eine gute Freundin. Sterne? Scheiße wie spät war es??? Ok…ICH BIN EINE TOLLE FREUNDIN!

Was für ein Tag. Es war atemberaubend, anstrengend, kräftezehrend, schön, witzig, bereichernd und vor allem lustig..seeeehr lustig.

Zu später Stunde erfuhr ich (während der Heimfahrt) von Ehefrau und Nicht-dein-Ernst-Angie etwas was mich ungemein beruhigte: Ein breites Becken finden Männer unbewusst toll wegen der guten Gene, die breitbeckige Frauen haben sollen. Männer wollen Frauen mit was dran.  Toll. Ich beschloss diese Theorie auch auf Po und Oberschenkel auszuweiten. Schon war die Welt ok. Danke Mädels…ich fühl mich besser. Das war der perfekte Abschluss eines perfekten Tages.

Bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt: Wuuusa. 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s